Die
asiatische VARROA- Milbe (Varroa destructor)
Die
ersten Varroa- Milben kamen 1977 zunächst unbemerkt auf den Rücken asiatischer Bienen
nach Deutschland. Den Verwandten aus Asien, die zu Forschungszwecken importiert worden
waren, macht der Parasit nichts aus. Aber unter den heimischen Völkern wütete der rot-
braune Blutsauger so stark, dass heute kein Volk mehr ohne Milbenbekämpfung überleben
kann. Die knapp zwei Millimeter langen und gut ein Millimeter breiten Milben vermehren
sich in den Brutzellen des Bienenstockes: Die Milbenweibchen lassen sich zusammen mit den
Bienenlarven in den Waben einschließen. Sie legen meist fünf Eier. Der Nachwuchs und die
Muttermilbe ernähren sich vom Blut der Larve. Ist die Jungbiene fertig entwickelt,
verlässt sie bereits geschwächt ihre Brutzelle und mit ihr sechs wohlgenährte Varroa-
Milben. Die
Imker versuchen, die Milbe durch Verdampfen von (für die Bienen unschädlicher)
Ameisensäure im Stock zu bekämpfen, doch auch dagegen werden die Milben zunehmend
resistent. Eine weitere Methode der Bekämpfung besteht darin, die Bienen verstärkt zur
Aufzucht von Drohnenbrut anzuregen. Diese wird von den Milben bevorzugt befallen und muss
rechtzeitig vor dem Schlüpfen der Drohnen vernichtet werden.
Die
Milben- Invasion wird von Bienenstock zu Bienenstock weitergetragen. Denn einerseits
räubern Bienen aus stärkeren Völkern gern in schwächeren Staaten und fangen sich dabei
den Parasiten ein, andererseits suchen befallene Tiere von sterbenden Völkern
Unterschlupf in gesunden Staaten. (Foto: Dr. Christoph Otten)
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Treibt ein Virus Amerikas Bienen
in den Tod?
Erreger löst offenbar eine Infektionskrankheit aus!
Typisch für das Bienensterben:
Die Arbeiterinnen kehren nach der Nektarsuche nicht in
den Stock zurück und lassen ihre Königin im Stich.
von KERSTIN VIERING
(Berliner Zeitung vom 07.09,2007)
Das große Bienensterben in den USA wird vermutlich von einem Virus ausgelöst. Im Verdacht
stehe das Israeli Acute Paralysis Virus (IAPV), schreiben jetzt US-Wissenschaftler im Fachmagazin
Science. Die Biologen um Diana Cox-Foster von der Pennsylvania State University in University Park kamen
den winzigen Übeltätern mithilfe molekularbiologischer Analysen auf die Spur.Erste Berichte über das
mysteriöse Verschwinden der amerikanischen Bienen gab es schon im Jahr 2004; in größerem Umfang trat das
Phänomen dann im Jahr 2006 auf. Imker in mehreren Regionen der USA verloren zwischen 50 und
90 Prozent ihrer Völker. In den betroffenen Kolonien überlebte kaum eine erwachsene Arbeiterin. Die
Königin blieb zurück - mit großen Futtervorräten aber ohne Hofstaat.
„Es kursieren mehrere Theorien zur Ursache des Bienensterbens”,
sagt Jay Evans vom Bienenforschungsinstitut des US-Landwirtschaftsministeriums in Beltsville,
der an der neuen Studie mitgearbeitet hat. Manche Experten haben Pestizide im Verdacht, andere die
Pollen von gentechnisch verändertem Mais. Doch all diese Vermutungen können das Muster der
auftretenden Fälle bisher nicht erklären. „Die betroffenen Völker leiden wahrscheinlich an einer
Infektionskrankheit”, sagt Evans. Dafür spreche, dass nach dem Verschwinden eines Volkes auch die Nachfolger im
selben Bienenstock nicht lange überleben. Sterilisiere man die Unterkunft aber zuvor mit radioaktiver
Strahlung, gediehen die neuen Bewohner problemlos.Um dem Erreger auf die Spur zu
kommen, analysierten die Forscher das RNA-Erbgut von kranken und gesunden Bienenvölkern. Zunächst
entfernten die Biologen jedoch alle Erbgutabschnitte, die von den Bienen selbst stammten. Die übrigen
Abschnitte verglichen sie mit bekannten Gensequenzen von Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten.
Die meisten der gefundenen Organismen sind harmlos oder sogar
nützlich für die Insekten. Aber fast immer, wenn eine Königin von den Arbeiterinnen verlassen worden
war, fanden die Forscher den Israeli Acute Paralysis Virus (IAPV) im Bienenstock. Ob der im Jahr 2004 in Israel
entdeckte Erreger den Bienentod verursacht, ist bislang unklar. Um das zu überprüfen, will Cox-Fosters
Team nun gesunde Bienen mit IAPV infizieren. Die Forscher vermuten, dass andere Stressfaktoren
- zum Beispiel ein zusätzlicher Befall mit Varroamilben oder langanhaltende Kälte
- zum Sterben der Bienenvölker beiträgt.
Science, Online-Ausgabe |